Australientorte – Welcome back little sistersarah

 Australientorte – Welcome back little sister

Australia Cake

Australientorte – Welcome back little sister


 

Meine kleine Schwester hat den großen Schritt gewagt und sich für 5 Monate auf nach Australien gemacht. Als das Datum der Wiederkehr näher rückte war meine Freude natürlich sehr groß.
Demnach wollte ich ihr auch eine ganz besondere Torte backen. Nachdem es gut 2 Jahre her war das ich ihr eine Krümelmonstertorte zum Geburtstag geschenkt hatte, musste nun eine neue Idee her. Auch wenn ich mir geschworen hatte nie wieder eine Torte mit Fondant zu machen lies mich die Idee nicht los.
Also startete ich mit meiner Online-Recherche, was für schöne Torten bisher ihren weg ins Netz gefunden hatten. Nach kurzer Zeit war ich entschlossen. Es sollte eine Flagge werden. Soweit so gut. Fehlen nur noch die Details wie Geschmack und Überzug. Da meine erste Fondanttorte, das besagte Krümelmonster, damals aus vielen Fehlern, gekauften Böden, lediglich einer Marmeladenfüllung und einer grauenhaften Zeitplanung (Freitagabend bis Samstag Mittag) bestand, sollte das diesmal anders werden.
Die erste Entscheidung lag zwischen hellem oder dunklem Teig. Da es mitten im Sommer war als meine Schwester wieder deutschen Boden betreten hat, habe ich mich für einen hellen Tortenboden entschieden.
Da ich ja eine Torte in Flaggenform backen wollte musste diese natürlich rechteckig werden. Hierzu habe ich mir einen Backrahmen gekauft. Und da ich nur eine ungefähre Ahnung hatte, wieviel Teig ich benötige, habe ich großzügig mit 2,5 Facher Menge des Tortenbodens gerechnet.
Gesagt getan. Das Ergebnis war ein Randvoller Backrahmen (Größe 27,5 x 18,5 cm). Da zuviel besser als zu wenig ist habe ich einfach das oberste Drittel des Bodens abgeschnitten und eingefroren. Die zwei weiteren Böden, die ich geschnitten hatte, wurden weiterverarbeitet.
Im Inneren der Torte wollte ich aufgrund der recht hohen Außentemperaturen eine fruchtige Creme machen, die locker leicht schmeckt. Eine Erdbeermarmelade war mir zu einfach. Geschmack sollte die Füllung bringen. Hier habe ich die Erdbeer-Mousse aus meinem Strawbeery Cheescake genommen.
Also habe ich nach dem Schneiden der Böden den Backrahmen wieder um den unteren Boden gelegt und die Mousse darauf verteilt. Zum Schluss wurde der zweite Boden auf die Mousse gelegt.
Die so entstandene Torte durfte nun in den Kühlschrank.
Um die Torte Fondanttauglich zu machen habe ich anschließend eine Ganache hergestellt. Diese sollte nach Rezept eine Nacht an einem kühlen Ort ruhen. Da ich es kaum erwarten konnte bin ich am nächsten Morgen extra früh aufgestanden, um die Ganache aufzutragen.
Kann ja nicht so schwierig sein. Das Rezept sagte mir noch einmal aufrühren, dann verarbeiten. Der Versuch mit dem Aufrühren scheiterte kläglich. Nun steckte der Löffel im Topf fest. Also sagte mein Rezept weiter das sie evtl. noch über dem Wasserbad erwärmt werden müsste. So hatte ich mir das ja nicht vorgestellt. Hatte sie extra nur in den Flur gestellt und nicht in den Kühlschrank, damit sie mir nicht zu fest wird. Aber jammern bringt bekanntlich nichts und so habe ich die Ganache mit Konsistenz von Baubeton aus dem Topf gekratzt und in eine Schüssel gegeben die ich auf ein Wasserbad gestellt habe.
Die Ganache ist dann auch flüssiger geworden und hat angefangen zu glänzen. Irgendwann konnte ich sie durchrühren und zu einer gleichmäßigen Masse mit dem Löffel aufschlagen.

Torte Australienflagge mit Känguru

Da sie jetzt verarbeitbar schien habe ich sie direkt aufgetragen. Dies funktionierte anfänglich nicht sonderlich gut. Zumindest das Glattziehen hatte so seine Tücken. Als die Ganache aber etwas kühler wurde, ließ sie sich ganz wunderbar verarbeiten.
Als ich fertig war, sahen ich und die Arbeitsfläche aus als wären wir zusammen im Matsch spielen gewesen. Die Torte konnte dafür glänzen und sich im Kühlschrank von den Strapazen ausruhen, während ich mich säuberte und danach auf die Arbeit begeben hab.
Mein Tipp: Genug Zeit einplanen und bloß nicht auf die Idee kommen sowas noch im Halbschlaf zu machen. Hat man erst einmal Übung mit dem Produkt lässt sie sich super verarbeiten.
Mittlerweile habe ich einige Erfahrung mit Ganache gesammelt. Generell kann man sagen, dass ein Überzug bei einer eckigen Torte mehr Zeit in Anspruch nimmt als bei einer runden. Falls ihr also noch mit eurer Konsistenz experimentiert, solltet ihr mit einer runden Torte üben. Die lässt sich mithilfe eines Drehtellers prima glätten. Zudem habe ich bei diesem Versuch zu wenig Sahne auf eine sehr kakaohaltige Schokolade gegeben. Seit dem weiß ich: Zartbitter ist nicht gleich Zartbitter.
Als ich abends nach Hause kam, war die Torte reif für ihren Fondantüberzug. Da dies erst meine zweite Fondanttorte war, habe ich  auf gekaufte Fondant zurückgegriffen und diese eingefärbt. Wenn ihr ein so dunkles Blau färben wollt, wie auf dieser Torte, kann ich nur raten stark färbende Farben zu kaufen wie z. B.  die von ProGel. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich noch keine Ahnung davon, dass es da erhebliche Unterschiede gibt. Das Ergebnis war, dass ich sehr lange geknetet habe und dass es jede Menge Zeit und Muskelkraft gekostet hat.
Nach dem Überzug ging es dann an die Flaggendetails. Hierzu habe ich aus dem Internet eine Malvorlage der australischen Flagge genommen und mir diese auf passender Größe ausgedruckt. Das „Kreuz“ habe ich auf der Vorlage gemessen und genau so auf Fondant übertragen. So konnte ich es schon einmal auf der Vorlage zusammensetzen und später auf der Torte mit Zuckerkleber anbringen. Die Sterne habe ich aus der Vorlage ausgeschnitten und diese auf die Fondant gelegt und ausgeschnitten. Die Schrift habe ich aus weißer Fondant ausgestochen.  Für die Flagge habe ich schwarze, rote und gelbe Fondant zu kleinen, gleich dicken Würsten gerollt diese nebeneinander gelegt und dann mit dem Ausrollstab zu einer Flagge gemacht. Zum Schluss noch in die Form eines Rechteckes bringen und fertig.

Buchstabenausstecher

Zuletzt kam noch das Känguru an die Reihe. Damals hatte ich noch keine Ahnung, dass man Modelierfondant für Figuren nimmt. Aus diesem Grund habe ich sehr lange an der Fondant geformt bis das Känguru so war, wie ich es haben wollte.
Fertig war die Australientorte und ich bereit meine Schwester damit zu überraschen. Ich bin sehr froh das sie heil angekommen ist. Wir hatten an diesem Tag über 30 °C und mussten das gute Stück noch 140 km transportieren. Ein hoch auf die Klimaanlage im Wagen meines Freundes und viele Kühlakkus. 🙂
Die Torte war ein voller Erfolg und ich muss zugeben nach meiner ersten recht misslungen Torte ist mein zweiter Versuch wesentlich besser gelungen. Übung macht eben doch den Meister.

Australientorte mit Erdbeerecreme




Schwierigkeitsgrad: Mittel
Zeitaufwand: 3 Tage


Erdbeerecreme:

250 g Erdbeeren
100 g Zucker
200 g Schlagsahne
Etwas Limettensaft
4 Blatt
Gelatine



Benötigte Grundrezepte

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